Schon mal vom Marburger-Modell oder dem Scientist-Practitioner-Modell gehört? Prinzipiell geht es bei diesem Ansatz darum, Wissenschaft und Praxis miteinander zu verbinden, wodurch eine Doppelqualifikation in Wissenschaft und Psychotherapie erreicht werden kann. In vielerlei Hinsicht macht es Sinn, beides parallel zu machen. Jedoch muss man sich vorher bewusst machen, welche Doppelbelastung damit einhergeht. Folgende Punkte sollen dir bei der Entscheidung eine erste Orientierung geben. 

Fachrichtung und Promotionsinhalt 

Theoretisch kannst du in jeder Disziplin deine Promotion anstreben und parallel die Ausbildung dazu machen. Erfahrungen zufolge macht es jedoch inhaltlich mehr Sinn, wenn man die Dissertation (Diss) auch im Fach Klinische Psychologie/ Psychotherapie schreibt. Auf diese Weise ergeben sich nicht nur oft auch Synergien, sondern beide Qualifikationen werden zum Teil auch als komplementär erlebt. 

Zeitplan

Es ist unbedingt zu empfehlen, sich vorher über einen Arbeits- und Zeitplan Gedanken zu machen (zum Beispiel für die gesamte Ausbildungs- und Promotionszeit, aber auch exemplarisch eine Wochenplanung: X Stunden für die Diss, Y Stunden für die Ausbildung). Das Ziel, beides in drei Jahren abzuschließen, ist eher unrealistisch. Aber auch hier können sich unter Umständen Synergien ergeben und vielleicht kannst du ein Promotionsprojekt realisieren, in welchem sich ein Teil deiner Diss mit deiner Praktischen Tätigkeit umsetzen lässt. Lass deiner gedanklichen und wissenschaftlichen Kreativität freien Lauf! Und berate dich frühzeitig mit potentiellen Diss-BetreuerInnen. Überlege dir auch, ob du beides wirklich parallel anfangen musst oder kannst. Unter Umständen ist eine beispielsweise 1-Jahres-Verzögerung (zum Beispiel erst PT 1 oder erst Promotionsbeginn) ratsam. 

Finanzierung

Ähnlich wie bei der Ausbildung spielt natürlich auch während der Promotion die Finanzierung eine wesentliche Rolle. Wer finanziert meine Diss? Aber auch: Wie will ich, dass sie mir finanziert wird? Bevorzuge ich eine WiMi-Stelle an einem Lehrstuhl oder doch eher ein Stipendium? Neben deinen persönlichen Präferenzen spielt natürlich auch die Tatsache der Möglichkeiten eine Rolle. Auch hier gilt: Informiere dich und tu dies lieber rechtzeitig (Bewerbung auf ein Promotionsstipendium eines Begabtenförderungswerkes kann bis zu neun Monate dauern). 

Either way: Kläre vorher deine innere Motivation, beides zu machen!