Klinikvergleich

Charité, Vivantes, Alexianer, DRK u.v.m. – in Berlin gibt es über 100 psychiatrisch-psychosomatische Einrichtungen und Stationen, die Plätze für die Praktische Tätigkeit (PT) anbieten. Dass die Bezahlung angesichts des akademischen Abschluss der PiA überall völlig unangemessen ist, ist mittlerweile bekannt. Aber die Hauptstadt ist attraktiv und lockt viele junge Kolleg*innen an. Entsprechend groß ist die Auswahl – an potentiellen Bewerbern für die Kliniken. Das lässt den eigenen Verhandlungsspielraum dramatisch sinken und viele PiA leisten am Ende, oft nach monatelanger Suche, ihre PT unter Arbeits- und Ausbildungsbedingungen, die finanziell und psychohygienisch kaum tragbar sind. 

Mit dem Problem, überhaupt einen PT-Platz zu finden, hat sich das PiA-Forum 2017 intensiv auseinandergesetzt und erstmals belastbare Zahlen zusammengestellt. Den Artikel dazu findet ihr hier.

Trotz aller Schwierigkeiten wollen wir euch auf dieser Seite Auswahlkriterien für Kliniken und PT-Plätze zur Verfügung stellen. Worauf solltet ihr achten? Welche Regelungen sollten vor Beginn der PT getroffen sein? Wo liegen Chancen und Stolpersteine?

Klinikvergleich des PiA-Forum

Wie auf unserer Seite zum Institutsvergleich bieten wir hier die Möglichkeit, kurz und knapp die eigene Klinik zu bewerten: Bezahlung, Supervision, Räumlichkeiten. Das ändert natürlich leider nichts an den prekären Bedingungen, aber es kann eine grobe Richtung vorgeben. Wir werden weiterhin in den kommenden Monaten eine Aktualisierung unserer Umfrage für das Jahr 2019 vornehmen. Bis dahin findet ihr weiter unten unsere aktuelle Liste.

Bezahlung

Zwischen 150€ an der Charité und 850€ bei Vivantes (Stand 2019) liegt derzeit der durchschnittliche Monatslohn von PiA in Berlin. Im Land Brandenburg sieht es oft etwas besser aus, aber dafür kommen Fahrzeit und Fahrtkosten dazu. Manche Kliniken bieten „weitere Vergünstigungen“ wie das kostenfreie Essen in der Kantine oder die Erstattung des Monatstickets an.

Vertretung und Nacharbeiten

Nicht selten müssen PiA im Krankheits- oder Urlaubsfall die fest angestellten Kolleg*innen vertreten – ohne selbst einen geregelten Urlaubsanspruch zu haben oder obwohl sie eigene Krankheitstage selbst nacharbeiten müssen. Einige Kliniken verlangen auch, dass Pflichtseminare, die ihr nachmittags an eurem Ausbildungsinstitut habt, nachgearbeitet werden.

Arbeitsvertrag

Einen richtigen Arbeitsvertrag (nicht „Praktikanten-“ oder „Hospitationsvertrag“) haben die wenigsten PiA. Eigentlich sollten hier sowohl Arbeitsaufgaben als auch Arbeitnehmerrechte wie Urlaubsanspruch und Kündigungsfristen geregelt sein. Was genau in einem Arbeitsvertrag für PiA stehen sollte, hat verdi zusammen gestellt: https://gesundheit-soziales.verdi.de/ueber-uns/gremien/ag-pia

Arbeitsaufgaben

Oft übernehmen PiA sehr ähnliche oder sogar dieselben Aufgaben wie die angestellten Kolleg*innen: Einzel- und Gruppengespräche, ärztliche Visiten, Teamsitzungen, Kostenanträge und Entlassungsbriefe schreiben. Darüber hinaus finden in fast allen Kliniken regelmäßig interne Fortbildungen statt, an denen PiA teilnehmen können und sollten. Neben einer regelmäßigen Supervision und Anleitung ist es natürlich wichtig, all diese Arbeitsaufgaben kennenzulernen und sich darin auszuprobieren.

Stationswechsel

Tagesklinik, Sucht oder geschlossener Bereich – die klinischen Tätigkeiten sind vielfältig und bei Interesse sollte es den PiA ermöglicht werden, verschiedene Stationen kennenzulernen, um ein umfangreiches Bild der psychiatrisch-psychotherapeutischen Tätigkeiten zu bekommen.

Sozialversicherung

Als PiA ist dieser Status oft unklar. Bereits im April 2016 gab es jedoch eine Besprechung zwischen der Deutschen Rentenversicherung Bund, der Arbeitsagentur für Arbeit und dem GKV-Spitzenverband mit einem für uns PiA äußerst relevanten Ergebnis:

„Nach Ansicht der Besprechungsteilnehmer stellt sich die praktische Tätigkeit im Sinne des § 2 PsychTh-APrV bzw. § 2 KJPsychTh-APrV (…) als eine zur Versicherungspflicht in den einzelnen Zweigen der Sozialversicherung führende Beschäftigung im Rahmen betrieblicher Berufsbildung nach § 7 Abs. 1 in Verb. mit Abs. 2 SGB IV dar. (…) Von einer Beschäftigung im Rahmen betrieblicher Berufsbildung ist auch dann auszugehen, wenn die Ausbildungsteilnehmer kein Arbeitsentgelt erhalten. Versicherungsfreiheit wegen geringfügiger Beschäftigung kommt in diesen Fällen nicht in Betracht. Sofern das monatliche Arbeitsentgelt die Geringverdienergrenze von 325 EUR nicht übersteigt, trägt der Arbeitgeber den Gesamtsozialversicherungsbeitrag allein.“ Besprechung der Deutschen Rentenversicherung Bund, der Arbeitsagentur für Arbeit und dem GKV-Spitzenverband im April 2016

Im folgenden findet Ihr das passende Protokoll hierzu (->TOP1 „Beurteilung praktische Tätigkeit Ausbildung Psychotherapeuten“, Seite 5 der entsprechende Abschnitt.). Sollte es Probleme in Eurer Klinik bzgl. des sozialrechtlichen Status geben, solltet Ihr diesen Entscheid unbedingt an Eure Personalabteilung herantreten! In vergangenen Fällen wurden tatsächlich alle PiA-Verträge daraufhin geändert.

Supervision und Anleitung

Supervision gehört im psychotherapeutischen Bereich zum Arbeitsschutz und zur Qualitätssicherung dazu. Leider bieten nicht alle Kliniken regelmäßige externe Supervision an. Bei Fragen und Unsicherheiten soll man „einfach einen Kollegen fragen“. Dass die Kolleg*innen oftmals auch voll ausgelastet sind und wenig Zeit haben, ist gerade am Anfang der PT, wenn man frisch von der Uni kommt, ein großes Problem. Viele PiA fühlen sich mit den hohen Arbeitsanforderungen allein gelassen, zweifeln an ihren Fähigkeiten und arbeiten bis zur Erschöpfung. Das hat leider mit „lernen“ wenig zu tun, ist aber oft realer Alltag. Dann ist es umso wichtiger, dass du dich mit deinen PiA-Kolleg*innen zusammentust: Ihr könnt Intervisionsgruppen bilden oder gemeinsam auf die Chefärzt*innen zugehen und euch für eine geregelte Supervision einsetzen. Einige Institute wissen um dieses Problem und bieten regelmäßig eine Supervision der PT an.

Räumlichkeiten

Leider erfahren PiA nicht nur durch eine unangemessene Bezahlung wenig Wertschätzung, sondern oft auch durch ihre räumliche Ausstattung: Viele PiA müssen sich mit mehreren Kolleg*innen ein Büro teilen, sodass Einzelgespräche nur in engen Zeitfenstern und in „umfunktionierten“ Gruppen-oder sogar Abstellräumen stattfinden können. Oder es steht nur ein Computer für mehrere PiA zur Verfügung, sodass Arztbriefe bis nach Feierabend geschrieben werden müssen. Die engen Raumverhältnisse, der höhere Lärmpegel und die Belastung durch den vermehrten Organisationsaufwand sind oft zusätzliche Stressoren im Arbeitsalltag der PiA.

Therapeutische Ausrichtung

Das Therapieprogramm in einigen Kliniken ist streng nach VT oder TP ausgerichtet, das heißt die Gruppen finden überwiegend in Psychoedukation oder ausschließlich interaktionell statt. Das kann eine wertvolle Chance sein, quasi „nebenbei“ Einblicke in ein anderes Verfahren zu gewinnen. Aber einige PiA erleben verfahrensfremde Methoden gerade am Anfang ihrer Ausbildung als stressig, wenn sie über ihr eigenes Vertiefungsgebiet noch wenig wissen oder unsicher sind.

Arbeitszeugnis

Eigentlich sollte ein Arbeitszeugnis nach Abschluss einer beruflichen Tätigkeit eine Selbstverständlichkeit sein. Dieses Zeugnis umfasst eine Beschreibung der ausgeführten Tätigkeiten und eine individuelle Bewertung der Arbeitsleistung. Leider tun sich einige Kliniken schwer mit dem Arbeitszeugnis für PiA und zögern die Aushändigung hinaus. Dies kann organisatorische Gründe haben oder an den erfolgreichen Klagen der letzten Jahre liegen (die Gerichte haben die Arbeitszeugnisse regelmäßig als Grundlage ihrer Rechtsprechung zugunsten der PiA herangezogen). Trotzdem ist ein Arbeitszeugnis extrem wichtig für deinen weiteren beruflichen Werdegang, deshalb solltest du frühzeitig auf das Arbeitszeugnis hinweisen und es notfalls wiederholt einfordern. Ob dein Arbeitszeugnis vollständig und korrekt formuliert ist, kannst du als Gewerkschaftsmitglied von verdi prüfen lassen.

Unterstützung durch verdi

Verdi bietet nicht nur eine besonders günstige Mitgliedschaft für PiA an, sondern auch eine 30seitige Broschüre zu dem Thema als pdf-Dokument zum kostenlosen Download.


Auszüge aus den Ergebnissen der Klinikumfrage 2014

Um einen objektiveren Eindruck der Lage der Berliner PiA im Hinblick auf diese praktische Tätigkeit zu bekommen, führte das Berliner PiA-Forum vom 09.07.2014 bis zum 06.08.2014 eine Umfrage zur praktischen Tätigkeit durch. Berliner und Brandenburger PiA waren über unsere Verteiler (Mailinglisten, etc.) und im Netz dazu aufgerufen Details zu ihrer praktischen Tätigkeit, u.a. in Bezug auf Vergütung, vertragliche Grundlage und Betreuung, in einer Online-Umfrage anzugeben. Die Ergebnisse der Umfrage werden in diesem Bericht dokumentiert.

(für vollständiges PDF hier klicken)

Berlin
Rang Klinik Note (Punkte) PT Stundenlohn Ø (Spanne) Arbeits-zeit pro Woche V. Subjektive Bewertung Anleitung/Supervision
  1. Platz
Fliedner Klinik 2 (11) 1 9,12 (-) 26h A gut + ausreichend
  1. Platz
HU Hochschulambulanz 3 (8) 2 2,71 (-) 30h H gut + ausreichend
  1. Platz
Berliner Krisendienst West 3- (7) 2 4,65 (-) 20h P gut + ausreichend
  1. Platz
Sophie Charlotte Park Klinik 3- (7) 1 4,19 (3,72 bis 4,65) 23h P gut + ausreichend
  1. Platz
DRK Wiegmann 4+ (6) 1+2 2,33 (-) 30h P gut + ausreichend
  1. Platz
F42 4+ (6) 2 3,72 (-) 25h P gut + ausreichend
  1. Platz
Havelhöhe 4+ (6) 1+2 3,69 (3,15 bis 3,88) 24h P gut + ausreichend
  1. Platz
Tannenhof 4+ (6) 2 3,83 (3,63 bis 3,88) 30h P gut + nicht ausreichend
  1. Platz
Vivantes Neukölln 4+ (6) 1+2 6,51 (-) 20h P gut + nicht ausreichend
  1. Platz
BZFO 4 (5) 2 0,21 (-) 32h P gut + ausreichend
  1. Platz
StoffBruch 4 (5) 2 0,62 (-) 25h P gut + ausreichend
  1. Platz
Ambulante Praxis* 4 (5) 2 3,49 (-) 20h A mittelmäßig + ausreichend
  1. Platz
Hedwigshöhe 4 (5) 1+2 2,61 (2,33 bis 2,91) 36h P gut + nicht ausreichend
  1. Platz
Pinel 4 (5) -** 3,72 (-) 25h P gut + nicht ausreichend
  1. Platz
St. Hedwig Krankenhaus 4 (5) 1+2 0,81 (0,70 bis 1,09) 26h P gut + ausreichend
  1. Platz
Vivantes Wenckebach 4 (5) 1+2 7,60 (-) 26h P mittelmäßig + ausreichend
  1. Platz
Vivantes Auguste Victoria 4- (4) 1+2 7,15 (6,05 bis 7,60) 25h P schlecht + ausreichend
  1. Platz
Charité Mitte 4- (4) 1+2 1,51 (1,34 bis 2,33) 25h P gut + nicht ausreichend
  1. Platz
Charité CBF 4- (4) 1+2 1,71 (1,16 bis 4,36) 25h P gut + nicht ausreichend
  1. Platz
Vivantes Humboldt Klinikum 4- (4) 1+2 7,35 (6,05 bis 7,60) 27h P mittelmäßig + nicht ausreichend
  1. Platz
Jüdisches Krankenhaus 4- (4) 1+2 3,05 (2,71 bis 3,39) 27h P mittelmäßig + ausreichend
  1. Platz
Vivantes Urban 4- (4) 1+2 7,60 (-) 26h P schlecht + ausreichend
  1. Platz
St. Joseph Weißensee 4- (4) 1+2 2,33 (-) 23h P mittelmäßig + ausreichend
  1. Platz
St. Joseph Tempelhof KJP 4- (4) 1+2 2,33 (-) 30h P mittelmäßig + ausreichend
  1. Platz
Vivantes Spandau 4- (4) 1+2 7,14 (5,99 bis 7,75) 26h P mittelmäßig + nicht ausreichend
  1. Platz
AHG Kompetenzz. Seelische Gesundheit 5+ (3) 2 3,72 (-) 25h P mittelmäßig + nicht ausreichend
  1. Platz
Königin Elisabeth Herzberge (KEH) 5+ (3) 1+2 1,55 (0,00 bis 2,33) 23h P mittelmäßig + ausreichend
  1. Platz
Schlosspark Klinik 5+ (3) 1+2 1,57 (-) 40h P mittelmäßig + ausreichend
  1. Platz
Bodelschwingh Klinik 5 (2) 1+2 2,23 (-) 24h P schlecht + ausreichend
  1. Platz
DRK Westend KJP 5- (1) 1+2 2,18 (-) 32h P schlecht + nicht ausreichend

*Sozial-Psychiatrische Versorgung (SPV, Diagnostik); **Pinel ist laut LaGeSo nicht mehr als Kooperationspartner zulässig; PT=Art der Angebotenen praktischen Tätigkeiten (entsprechend 1=PT1, 2=PT2); V.=Vertragliche Grundlage, A= Arbeitsvertrag ohne Tariflohn, H=Honorarvertrag, P=Praktikantenvertrag /-vereinbarung.

Brandenburg & Umland
Rang Klinik Note (Punkte) PT Stundenlohn Ø (Spanne) Arbeits-zeit pro Woche V.

Subjektive Bewertung Anleitung/Supervision

1. Platz AHG Müritz** 1 (14) 2 37,21 (-) 15h T gut + ausreichend
2. Platz Eberswalde Martin Gropius 3+ (9) 1+2 12,79 (-) 20h T mittelmäßig + ausreichend
3. Platz Fontane Klinik 3- (7) 1+2 6,98 (-) 36h A mittelmäßig + ausreichend
4. Platz Heinrich Heine Potsdam 4+ (6) 1+2 4,32 (3.56 bis 4,47) 26h A gut + nicht ausreichend
5. Platz Asklepios Lübben 4 (5) 1+2 6,10 (-) 40h A mittelmäßig + nicht ausreichend
5. Platz Immanuel Klinik Rüdersdorf 4 (5) 1+2 4,39 (3,88 bis 4,65) 28h P gut + nicht ausreichend
6. Platz Asklepios Brandenburg KJP 4- (4) 2 3,27 (0,00 bis 6,54) 27h P mittelmäßig + nicht ausreichend
6. Platz Henningsdorf 4- (4) 1+2 4,36 (-) 32h P mittelmäßig + ausreichend
7. Platz Asklepios Lübben KJP 5+ (3) 1 0,00 (-) 40h P mittelmäßig + ausreichend
7. Platz Uniklinik Dresden 5+ (3) 1 7,27 (-) 24h P schlecht + ausreichend
8. Platz Ruppiner Kliniken (Neuruppin) 6 (0) 1 1,74 (-) 40h P schlecht + nicht ausreichend

PT=Art der Angebotenen praktischen Tätigkeiten (entsprechend 1=PT1, 2=PT2); V.=Vertragliche Grundlage; T= Arbeitsvertrag mit Tariflohn, A= Arbeitsvertrag ohne Tariflohn, H=Honorarvertrag, P=Praktikantenvertrag /-vereinbarung.

Richtigstellungen:

**AHG Müritz: die Klinik weist darauf hin, dass die Angabe des Stundenlohnes nicht korrekt ist. Zustande kam dies vermutlich durch die Stundenzahl (15 Std), die in der Klinik nicht üblich ist. Die Psychotherapeuten in Ausbildung, die in der Klinik ihre Praktische Tätigkeit absolvieren, haben meist einen Vertrag über 32 oder 40 Wochenstunden. Des Weiteren sei es nun möglich auch die PT1 dort zu absolvieren, da mittlerweile eine Weiterbildungsermächtigung für Psychiatrie vorliegt.

Bewertung_Supervision_2014

ZUSAMMENFASSUNG & INTERPRETATION

Die Online-Umfrage „Berliner Klinik-Ranking 2014“ wurde vom Berliner PiA-Forum im Sommer 2014 durchgeführt und soll einen objektiveren Eindruck des Sachstands und der Lage der Berliner PsychotherapeutInnen in Ausbildung – PiA – vermitteln, die die „Praktische Tätigkeit“ während ihrer Ausbildung zum Psychotherapeuten bzw. zur Psychotherapeutin durchführen.

Die Einträge der Studie zum Klinik-Ranking Berlin/Brandenburg im Sommer 2014 entstammen aus 17 von insgesamt 21 Ausbildungsinstituten, 2 Instituten aus Potsdam und einem Institut außerhalb von Berlin/Brandenburg. Dadurch ist eine ausreichende Repräsentativität der Berliner PiA erreicht worden. Zu einem überwiegenden Anteil nahmen Psychologinnen und Psychologen an der Umfrage teil (95,5%).

Aus den Einträge geht hervor, dass sich fast 60% auf den „Psychiatrie-Teil“ der praktischen Tätigkeit beziehen (1200 gesetzlich vorgeschriebene Stunden).

Die Vergütung in den Kliniken/Einrichtungen wurde überwiegend als schlecht (=“schlecht“, „Ausbeuter“, „sittenwidrige Ausbeuter“) bewertet (77,5%). 17,5% bewerteten die Vergütung als „mittelmäßig“, 5% als „gut“. Gleichzeitig wurden bei 63,5% der Einträge angegeben, dass – wirtschaftlich verwertbare – Tätigkeiten durchgeführt wurden, die dem eigentlich Grundberuf zuzuordnen waren (z.B. die Durchführung psychologischer Diagnostik als Psychologe).

Bei Betrachtung des durchschnittlichen Stundenlohns in den Kliniken/Einrichtungen stellt man fest, dass dieser in Berlin (3,27€/h) niedriger liegt als in Brandenburg (8,04 €/h). Der Durchschnittsstundenlohn über alle Einträge hinweg lag bei 4,87 €.

Bei 86,4% der Einträge hatten die TeilnehmerInnen bereits Erfahrung in einschlägigen klinischen Bereich während des Studiums gesammelt, bei 24,2% der Einträge hatten die TeilnehmerInnen vor Beginn der praktischen Tätigkeiten bereits Berufserfahrung in einschlägigen Bereichen.

Aus dem überwiegenden Anteil der Einträge (84,5%) geht hervor, dass den PiA während ihrer praktischen Tätigkeit kein regulärer Arbeitsvertrag gewährt wurde. 79% waren als „Praktikanten“ beschäftigt. In 15,5% der Fälle wurden den PiA Arbeitsverträge gewährt, zu einem sehr geringen Anteil mit normaler tariflicher Bezahlung. (2,5%). Unabhängig von der vertraglichen Grundlage bezeichneten die PiA ihre Tätigkeiten in den Kliniken/Einrichtungen jedoch zu 74,5% als Arbeitnehmer-Verhältnisse.

Die Supervision und Anleitung in den Kliniken/Einrichtungen wurde von 48% der TeilnehmerInnen als „gut“ bewertet. 52% beurteilten diese als „mittelmäßig“ oder „schlecht“. 60,5% bewerteten die Supervision/Anleitung als ausreichend, 39,5% als nicht ausreichend.

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Weitere Klinikvergleiche:

Einen Klinikvergleich 2019 für die ostdeutschen Bundesländer haben unsere Netzwerk-Partner von PiA Ost unter folgenden Link für Euch erstellt: https://pia-ost.jimdofree.com/klinikvergleich/

Nützliches für die Praktische Tätigkeit: